David gegen Goliath – das war ein ungleicher Kampf. Goliath-Cord gegen Deutschleder dagegen ist ein Kampf in der gleichen Gewichtsklasse: Beide bringen 600 Gramm pro Quadratmeter auf die Waage. Und doch hat jeder der beiden seinen ganz eigenen, ungleichen Vorteil.
Deutschleder – der Unverwüstliche
Deutschleder ist glatt. Es gibt kaum Reibung, an der sich der Alltag abarbeiten könnte. Die Schussdichte ist fast unvergleichlich – so dicht, dass das Gewebe glänzt. Im harten Arbeitsalltag passiert diesem Stoff erstaunlich wenig. Wer sein Kleidungsstück aus Deutschleder kleinkriegt, hat meist einen anderen Gegner gefunden: die Waschmaschine oder einen spitzen Gegenstand. Ansonsten ist Deutschleder fast unverwüstlich.
Goliath-Cord – der Alltagspraktiker
Der Goliath-Cord lebt in einer anderen Welt – der des Alltags. Ein einfaches Ausklopfen reicht zum Säubern, und das nächste Kundengespräch kann kommen, ohne dass man unangenehm auffällt. Solange sich der Dreck nicht im Flor verhakt, sieht der Cord sofort wieder sauber aus.
Die größere Oberfläche und das größere Volumen des Flors sorgen außerdem dafür, dass der Cord schneller trocknet. Das macht ihn im Sommer angenehmer – auch ein leichter Schauer trocknet rasch wieder ab. Ist man allerdings einmal komplett durchnässt, spielen beide wieder in derselben Liga. Im Winter wiederum zahlt sich die bessere Isolation des Flors aus. Und beim Waschen ist der Goliath-Cord dank seines Polyester-Anteils der unempfindlichere der beiden.
Die Achillesferse des Cords
Ehrlich währt am längsten, deshalb gehört auch das hierher: Cord kann aufscheuern. Je nach Anatomie – etwa bei kräftigen, sportlichen Oberschenkeln – reibt das Gewebe im Schritt bei jeder Bewegung gegeneinander, und der Flor wird mit der Zeit dünner. Wohl dem, der abstehende Storchenbeine hat.
Ab und an erreicht uns deshalb eine Reklamation mit dem Betreff „Schrittnaht gerissen" – ein völlig verständlicher Eindruck, den wir niemandem vorwerfen. In neun von zehn Fällen ist die Schrittnaht der Serie 86ST jedoch vollkommen intakt: Es ist das Cordgewebe daneben, das aufgescheuert und dünn geworden ist. Zur Einordnung: Das betrifft etwa zwei Hosen im Monat – bei rund 2.000 Goliath-Hosen im Jahr.
Und wer gewinnt?
Am Ende bleibt es jedem selbst überlassen – beide Gewebe haben ihre Stärken. Wer den nahezu unzerstörbaren Stoff mit dem edlen Glanz will, greift zum Deutschleder. Wer den pflegeleichten Begleiter für jede Wetterlage sucht, nimmt den Goliath-Cord. Verlieren kann man bei diesem Kampf nicht.